Alraunen am Galgenbuckel: Ein Stuttgarter Kräuterkrimi

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Die Studentin Angela Andersen ist nicht nur Anarchistin und Vegetarierin, sondern kennt sich auch mit Kräutern aus. Den Teilnehmern ihrer Führung stellt sie eine giftige Alraune vor, die der Sage nach zumeist unter dem Galgen wächst. Kurz darauf wird genau diese Pflanze gestohlen, nur um alsbald unter einem Erhängten auf dem Stuttgarter Pragfriedhof in der Nähe des Galgenbuckels wieder aufzutauchen. Die Polizei geht von Selbstmord aus. Angela will daran jedoch nicht glauben und recherchiert auf eigene Faust.
Sie trifft dabei im Weinort Fellbach auf die Witwe des Verstorbenen, eines kleinen Bankiers. Stefanie Bächle ist es angenehmer, an Mord als an die Schande eines Selbstmordes zu glauben. Sie unterstützt die Studentin mit vertraulichen Unterlagen.
Angela stellt fest, dass mehrere der Teilnehmer ihrer Kräuterführung zugleich Opfer eines üblen Immobilienfonds sind, der ihnen von dem Toten vermittelt wurde. Einer davon wohnt in unmittelbarer Nähe des Pragfriedhofs: der krebskranke Schlosser und Fotograf Richter. Richter macht wunderbar sensible Pflanzenbilder – aber ist er auch der Mörder?

Autorin: Barbara Pfeifer, (c) 2015-16
erhältlich als Kindle eBook bei https://www.amazon.de/Alraunen-Galgenbuckel-Ein-Stuttgarter-Kr%C3%A4uterkrimi-ebook/dp/B01H25SY7Q/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1465997267&sr=8-1&amp

Vergessene Heilpflanzen – die Bibernellen (Pimpinella major und P. saxifraga)

Pimpinella saxifraga

Pimpinella saxifraga – Kleine Bibernelle

Früher kannte sie jeder, dem sein Leben lieb war. Heute kann sie kaum jemand von den vielen anderen weiß blühenden Doldengewächsen unterscheiden: die Bibernellen.

Unsere beiden heimischen Sorten, die große (P. major) und die kleine Bibernelle (P. saxifraga) sind eng verwandt mit dem ebenfalls heilkräftigen Anis aus dem östlichen Mittelmeerraum (P. anisum). Wie ihn können Sie sie bei Katarrhen der oberen Luftwege einsetzen. Allerdings werden bei unseren Bibernellen nicht die Früchte verwendet, sondern die pfeffrig schmeckenden Wurzeln: Jüngere sammeln Sie im Herbst, ältere im Frühjahr. Die Wurzeln enthalten ätherisches Öl, das den unproduktiven Reizhusten stillt – gleichzeitig aber auch den festsitzenden Husten lösende Seifenstoffe (Saponine). Man kann die Wurzel trocknen und als Tee aufgießen (6-12g pro Tag, mit Honig süßen!). Oder man stellt aus ihr mit Alkohol im Verhältnis 1 zu 5 eine Tinktur her: drei Wochen ausziehen, abseihen, und dann täglich 6-12ml Tinktur einnehmen. Außerdem eignen sich Tee oder Tinktur, um damit bei Entzündungen im Mund und Rachen gurgeln.

Volksmedizinisch wird die Bibernelle außerdem innerlich bei Harnwegsinfekten sowie zur Verdauungsförderung genutzt, äußerlich gegen Krampfadern und als Badezusatz bei schlecht heilenden Wunden. Hierfür gibt es allerdings noch keine wissenschaftlichen Nachweise. Kräuterpfarrer Johann Künzle (1857-1945) nutzte die Wurzel trotzdem gern. Er befand: „Bibernell ist gewaltätig (…) und verjagt verhockte und eiternde Stoffe aus Kehlkopf, Lunge, Magen und Gedärmen.“ (1)

Hustenmittel gibt es viele. Was hat die Bibernelle für die Menschen früher so anziehend gemacht? Nun, sie gehört zu den Pestpflanzen, also jenen stark riechenden Heilkräutern, die die Ärzte und Leichenfledderer benutzten, um sich vor der tödlichen Ansteckung zu schützen: „Auf der Drillingsföhre saß ein Vöglein und sang:›Esst Enzian und Pimpinell, / Steht auf, sterbt nicht so schnell“ heißt es entsprechend in Adalbert Stifters Erzählung „Granit“ (2). Und im Riesengebirge erschien laut Sage Rübezahl und ließ die Bauern ganz analog wissen: „Kocht Bibernell und Baldrian, so wird die Pest eine Ende han!“ (3)

Das ließen sich die verzweifelten Menschen nicht zweimal sagen. Sie verwendeten nicht nur die Wurzel, sondern auch die frischen, jungen Blätter als Gewürz für Suppen wie die Hamburger Aalsuppe, für Saucen und Kräuterbutter. Auch in der italienischen Salsa verde dürfen Bibernellenblätter nicht fehlen. Und die Wurzel mischten die Menschen in den legendären Theriak, das universelle Wundermittel, das gegen jedes nur denkbare Gebrechen helfen sollte.

Im Ruhrgebiet sagt man noch heute „ich krieg die Pimpernellen“, wenn man verzweifelt ist und die Geduld verliert: in der Hoffnung, dass einen dann die Bibernelle von den Qualen erlösen möge.

Was unterscheidet aber nun unsere heimischen Bibernellen von ihren giftigen Verwandten, anderen, ebenfalls weißblühenden Doldengewächsen? Beide Bibernellen haben gerillte Stängel, die immer rein grün sind – bei Hundspetersilie, Schierling und Taumel-Kälberkropf sind die Stängel hingegen rötlich überlaufen bzw. violett gefleckt. Außerdem riechen die drei Giftigen leicht unangenehm bis äußerst widerlich. Und: Die Bibernellen haben weder Hülle noch Hüllchen an den Blüten und einfach gefiederte Blätter, während alle drei giftigen Verwandten zwischen drei und acht Hüllchen haben und ihre Blätter mehrfach gefiedert sind.

Übrigens: Manchmal wird der auch Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) als Bibernelle bezeichnet – seine Blätter ähneln denen der P. saxifraga. Allerdings ist er ein rot blühendes Rosengewächs mit gurkenähnlichem Geschmack. Sie können ihn wunderbar in der Küche verwenden – eine wissenschaftlich anerkannte Heilwirkung hat er jedoch nicht.

(1) Künzle, Chrut und Unchrut, Minusio 1977, S. 31
(2) http://gutenberg.spiegel.de/buch/bunte-steine-197/3
(3) Wolf-Dieter Storl, Borreliose natürlich heilen, Baden 2007, S. 242

Essbare Blüten im Jahreslauf

FRÜHJAHR
Bärlauch, Flieder, Gänseblümchen (Tausendschön), Gundelrebe, Holunder, Kriechender Günsel, Löwenzahn, Schnittlauch, Stiefmütterchen, Tulpen (Stiel, Staubblätter + Fruchtknoten bitte entfernen!), Veilchen, Wiesenschaumkraut (nur in Bundesländern, wo es nicht auf der Roten Liste steht!)

SOMMER
Begonie, Brennnessel, Astern, Basilikum, Bohnenkraut, Borretsch, Fetthenne, Gewürztagetes (Tagetes tenuifolia, Achtung: phototoxisch, deshalb nicht bei Sonnenschein ernten!), Giersch, Glockenblumen, Gundelrebe, Kapuzinerkresse, Kornblume, Lavendel, Löwenmäulchen, Malven, Nachtkerze, Pelargonien (Geranien, Storchschnäbel), Petunien, Phlox, Ringelblume, Rosen, Rotklee, Rucola, Schafgarbe, Sonnenblume, Ysop, Zucchiniblüten

HERBST
Astern, Beinwell, Chrysantheme, Dahlie, Indianernessel, Steinkraut

!STOPP!  !GIFTPFLANZE!
Akelei, Aronstab, Bilsenkraut, Bittersüßer Nachtschatten, Eisenhut, Engelstrompete, Fingerhut, Goldregen, Herbstzeitlose, Kriechender Hahnenfuß, Maiglöckchen, Oleander, Pfaffenhütchen, Rainfarn, Scharfer Hahnenfuß, Schierling, Schneerose (Christrose), Seidelbast, Stechapfel, Taumel-Kälberkropf, Tollkirsche, Winden

Essen Sie nur Blüten, die Sie sicher kennen! Achten Sie darauf, dass die Pflanzen nicht gespritzt sind oder in der Nähe einer Straße wachsen.

Almwiesengift. Allgäu Krimi

Domes: Almwiesengift. Allgäu-Krimi

Domes: Almwiesengift. Allgäu-Krimi

Mit Esoterik hat die Kaufbeurener Lokaljournalistin Olivia Austin nichts am Hut. Trotzdem lässt sie sich von ihrer besten Freundin Franzi zu einem wilden Walpurgisnachsfest überreden. Am Ende der Feier ist Franzi tot – gestorben an einer Überdosis Bilsenkraut. Die Polizei tippt auf Unfall oder Selbstmord, aber Olivia kennt ihre Freundin besser. Sie hofft, die Wahrheit auf einem Aussteiger-Hof zu finden, mit dessen charismatischen Führer die verheiratete Franzi ein Verhältnis hatte. Doch dann gibt es noch einen Toten….

Spannend bis zur letzten Seite, merkt man dem Krimi außerdem positiv an, dass Autor Robert Domes sich ausführlich über Heil- und Giftpflanzen hat beraten lassen.

Gebraucht zum Preis von 4,95 € in  meinem Shop erhältlich (http://www.der-drugstore.de/Almwiesengift-Allgaeu-Krimi). Neu bei www.buch7.de, www.ecobookstore.de oder www.fairbuch.de.

Autor: Robert Domes
207S., Taschenbuch
ISBN 978-3-954-515462
(c) Emons Verlag 2015

Heilpflanzen, die bei Arthrose helfen können

Teufelskralle

Teufelskralle

1. Südafrikanische Teufelskrallenwurzel (4,5g als Teeaufguss pro Tag trinken)

2. Heublumenpackungen (im nichtentzündeten Stadium)

Und außerdem als Tee (nicht bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit trinken):

  • Birkenblätter
  • Brennnesselblätter / -kraut
  • Löwenzahnkraut mit -wurzel
  • Ackerschachtelhalm
  • Goldrute
  • Weidenrinde (nicht bei Salicylsäure-Überempfindlichkeit)

sowie

  • Wacholderbeeren / Wacholderöl
  • Hagebuttenpulver

— Dieser Artikel dient nur der Vorabinformation und ersetzt nicht den Besuch bei Ihrer Ärztin, Apothekerin oder Heilpraktikerin! —

Wolfsmilch. Kriminalroman

Mehler: Wolfsmilch. Kriminalroman.

Mehler: Wolfsmilch. Kriminalroman.

Dass Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) mit ihrem ätzenden Saft gut gegen Warzen und Ekzeme sind, behauptet die Volksmedizin.
Aber warum ist der ganze Körper des ermordeten Naturschützer Ole Jensen damit eingerieben?
Fanni Rot ermittelt im niederbayerischen Birkenweiler und sorgt für Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Noch zwei Wochen vor seinem Tod hatte Ole mit Fanni über diese außergewöhnlichen Pflanzen gesprochen: Er wollte aus der Wolfsmilch eine Salbe gegen seine schmerzenden Ekzeme herstellen. Aber kann er es freiwillig so weit getrieben haben, dass die Leiche überall Pusteln und Blasen hat? Und warum sagt seine Lebensgefährtin Annemarie nur „Om“ dazu?

Da da Verlag sich auf dem Cover für heimelige Geranien aus Südafrika entschieden hat, hier gleich noch ein echtes Wolfsmilchgewächs, die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias):

Zypressenwolfsmilch

Gebraucht zum Preis von 4,95 € in  meinem Shop erhältlich (http://www.der-drugstore.de/epages/64972555.sf/sec9920f8e975/?ObjectPath=/Shops/64972555/Products/5013). Neu bei www.buch7.de, www.ecobookstore.de oder www.fairbuch.de.

Autorin: Jutta Mehler
195 S., Taschenbuch
ISBN 978-3-954-515325
(c) Emons Verlag 2015

Der Killer im Lorbeer. Kriminalroman.

Escroyne: Killer im Lorbeer

Escroyne: Killer im Lorbeer

In einem Buchsbaumlabyrinth wird die Leiche der feenschönen Studentin Gwendolyn Perry gefunden. Erschlagen. Arthur Escroyne, 36. Earl of Sutherly und passionierter Hobbygärtner, hilft seiner Verlobten Detective Rosemary Daybell bei der Aufklärung des Mordfalls. Doch dann werden plötzlich seine Lorbeerbüsche von einem geheimnisvollen Insekt überfallen, das selbst den stärksten Giften trotzt. Was tun? Wie passt der zweite Todesfall zu Füßen von Escroynes verfallender Schlosstreppe ins Bild? Und warum meldet sich der moosartige Mann, mit dem Gwendolyn ein einziges Mal gesehen worden ist, nicht bei der Polizei?

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Das Buch Arthur Escroynes wurde angeblich von Rudolf Katzer aus dem Englischen übersetzt. Nur: Es gibt auf der Impressumsseite kein Hinweis auf die Originalausgabe – und im Adelsverzeichnis ist ein Earl of Sutherly nicht aufzufinden. Wer also ist Arthur Escroyne?

Gebraucht zum Preis von 4,99 € in meinem Shop erhältlich (http://www.der-drugstore.de/epages/64972555.sf/sec9ea1a2c9fd/?ObjectPath=/Shops/64972555/Products/5012).
Neu z.B. bei www.buch7.de, www.ecobookstore.de oder www.fairbuch.de.

308 S., Paperback, 9,99 € (neu)
(c) Piper Verlag GmbH, München 2013
ISBN 978-3-492-30479-5

 

Lavendelbitter. Ein Gartenkrimi.

Bicks_Lavendelbitter

Bicks_Lavendelbitter

Lore Kukuk hat von ihrer Großmutter das Verwalterhaus einer mittelalterlichen Burg geerbt – nebst dazuhörigem Kräutergarten und Kräuterwissen. Nach vielen Jahren gibt es endlich wieder einen Lore-Verehrer – doch der wird kurz nach ihrem ersten Tanztee tot aufgefunden, umgeben von Lavendelgeruch. Schlecht für Lore, deren Garten von Lavendel durchwuchert ist und die im Dorf gemieden wird: Denn tote Männer säumen seit der Kindheit ihren Weg. Natürlich macht das Gerücht vom Lavendelmord die Runde, obwohl auch diesmal alles nach einer natürlichen Todesursache aussieht. Nur Kommissar Roland Otto ist von Lores Unschuld überzeugt, aber ist er objektiv – oder spielen ihm doch die Hormone und Lores Lavendelwein einen Streich?

Zwei Jahre nach Ihrem Erotik-Erstling „Eddas Geheimnis“ hat Elinor Bicks wieder einen  Roman mit hessischem Lokalkolorit veröffentlicht. Diesmal spielt er auf der real existierenden Burg Otzberg und im dazugehörigen Dörfchen Hering nahe Darmstadt. Einen Ausflug in das Frankfurter Rotlichtmilieu ist wieder mit dabei, und ebenso steht wieder eine Dreierclique von Freundinnen im besten Alter im Mittelpunkt.

Bicks hat sich ausführlich in das Thema Heil- und Giftpflanzen eingelesen und veröffentlicht einige spannende Rezepte. Von Nachahmung wird natürlich abgeraten. Dass ihr Wissen eher theoretischer Natur ist, merkt man nur an wenigen Stellen: So beschreibt die Autorin z.B. auf S. 69, wie sich Lore an den gezahnten Blättern der Alraune blutig schneidet. Ich habe eine Frühlings- und eine Herbst-Alraune in meiner Obhut, und die sind so sanft und glatt, dass man damit noch nicht einmal die alleroberste Hautschicht anritzen könnte!

Von diesen kleinen Einschränkungen abgesehen, ist Lavendelbitter ein spannender und vergnüglicher Krimi von der ersten bis zur letzten Seite.

Gebraucht zum Preis von 6,49 € in meinem Shop erhältlich (https://shop.strato.de/epages/64972555.sf/sec9ea1a2c9fd/?ObjectPath=/Shops/64972555/Products/5011).
Neu z.B. bei www.buch7.de, www.ecobookstore.de oder www.fairbuch.de.

349 S., Hardcover, 12,99 € (neu)
(c) Gmeiner-Verlag GmbH, Meßkirch 2015
ISBN 978-3-8392-1643-9

Der Pestarzt – Il medico della peste

Pestarzt

Pestarzt

In Venedig entdeckte ich eine merkwürdige Maske, die so gar nicht zum Rokoko-Carneval zu passen scheint: den Pestdoktor. Meist ist sie nur ganz schlicht weiß, mit ein paar schwarzen Strichen, hier auf dem Foto etwas farbiger bemalt. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden solche Masken von den Pestärzten in vielen Ländern Europas getragen, zusammen mit einer Ganzkörperverhüllung und einem Stock, um eine Berührung mit dem Pestkranken zu vermeiden.

Man glaubte, dass die Pest über schlechte Luft übertragen würde, und so enthielt der Schnabel neben zwei kleinen Atemlöchern viele aromatische Kräuter und Gewürze, darunter Melisse (Melissa officinalis), Minze (Mentha spicata), Rosenblätter (Rosa gallica und andere), Myrrhe (Comniphora myrrha), Styrax (Liquidambar orientalis), Kampfer (Cinnamomum camphora), Gewürznelken (Syzygium aromaticum), Lavendel (Lavandula officinalis), Edel-Nelke (Dianthus caryophyllus), aber auch Opium, Ambra oder einen mit Essig getränkten Schwamm.

Niemand wusste, dass die Pest in Wirklichkeit von einem Bakterium herrührte, das durch Flohstiche übertragen wurde. Immerhin wirken einige der oben aufgeführten Pflanzen bakterizid, was den ein oder anderen Floh irritiert haben mag.

Vielleicht erklärt das mit, warum der berühmteste deutsche Pestarzt, Paul Weinhart, immerhin 77 Jahre alt wurde, obwohl er von 1611-1627 als Pestdoktor wirkte. Zumeist waren jedoch schlecht ausgebildete, zweitklassige Doktoren Pestärzte – und wie lange sie überlebten, ist statistisch nicht erfasst worden.

Auch für die Frühjahrskur: Und Birke kann noch mehr!

Birke_Betula_pendula

Familie: Birkengewächse
Blütenfarbe: gelblich
Blütezeit: 4-5
wächst in Deutschland: wild
verwendete Teile: Blätter, Saft, Rinde, Holz von Betula pendula und B. pubescens
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe, ätherisches Öl

Birkenholz wird für den Möbelbau verwendet und liefert ein hervorragendes Brennholz. Birkenreisig wird zu Besen gebunden und in der finnischen Sauna kräftigst eingesetzt. Im Frühjahr wird durch Anbohren der Stämme Birkensaft gewonnen, der entweder pur getrunken werden kann (in russischen Restaurants zum Beispiel – schmeckt hervorragend!) oder zu Haarwasser oder Wein und Sekt weiterverarbeitet wird. Die alten Kelten machten aus der Rinde konische Regenhüte, und schon die Steinzeitmumie Ötzi trug Vorratsdosen aus Birke mit sich. Man kann Birkenrindendosen noch heute kaufen, sie halten Insekten ab und eignen sich gut für die Aufbewahrung von Tee, Kaffee und Gewürzen. Der “Kaugummi der Steinzeit” bestand aus Birkenteer – er enthält antiseptische Phenole. Und das Birkenpech schließlich war der Universalklebstoff früherer Zeiten. Sie sehen: Die Birke ist ein Allround-Genie!

Medizinisch werden die Blätter des Baumes verwendet. Der harntreibende Tee dient der Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung gegen Nierengrieß. Aber auch Rheumatiker wissen Birkentee zur unterstützenden Behandlung ihrer Krankheit zu schätzen.

Geschichten
Die Birke steht für alles Jugendhafte, für das Leben und den Frühling – Maibäume gibt es auch heute noch in vielen Dörfern. Gleichzeitig war sie ein Fruchtbarkeitssymbol und bei den Germanen Freya, der Göttin der Liebe und Ehre, geweiht. Sie galt deshalb fast schon als Heiligtum und wurde allgemein verehrt.
In keltischen Kreisen hingegen war die Birke der Göttin Birgit geweiht, der Schutzpatronin für Ärzte, Schmiede und Dichter.
Bei vielen sibirischen Völkern wiederum galt die Birke als Schamanenbaum: An ihr stieg der Heiler im Trancezustand in die Ober- oder Unterwelt.
Meine persönliche Lieblingsbirke steht in Nachbars Garten. Wenn ich morgens noch im Bett liege, winkt sie mir schon durch die Balkontür zu.

 

Diese Seite dient nur zu Ihrer Erstinformation. Sie enthält keine umfassenden Angaben für den Gebrauch als Arzneimittel und ersetzt nicht den Besuch bei Ihrer Ärztin, Heilpraktikerin oder Apothekerin!

<Birke, Hänge-/Sand-, Betula pendula (lat.)>